„Zu Weihnachten kniet sich der Himmel nieder“

Mit einem Video wünscht Abt Ambros eine gnadenreiche Weihnacht und ein gesegnetes neues Jahr. Auch die Weihnachtspredigt ist hier nachzulesen.

Weihnachten – das Fest der Geschenke

Wir beschenken einander, um uns Freude zu bereiten und unsere Dankbarkeit auszudrücken. In unserer Gesellschaft, wo fast alle alles haben, ist es schwer einander zu beschenken. Wie oft heißt es, wenn ein Geschenk überreicht wird: „Das ist doch nicht nötig.“ 

Nein, ein Geschenk ist nicht nötig, aber es hilft, Beziehungen zu erhalten und Beziehungen zu stärken. Ein Geschenk sagt etwas aus über die Beziehung von Menschen. „Du bist mir etwas wert, ich mag dich, ich möchte mit Dir in Kontakt, in Beziehung bleiben.“

In diesem Jahr war es vielleicht etwas schwieriger, alle gewünschten Geschenke zu erwerben. Da ist Phantasie gefragt, wie wir untereinander unsere Beziehungen, unsere Freude, unsere Dankbarkeit füreinander zum Ausdruck bringen können. Wir alle wissen: Nicht der materielle Wert macht den Wert eines Geschenkes aus, sondern der innere Wert, der etwas über zwei Menschen aussagt: Über den Geber und den Empfänger. Der Grundtenor des Geschenkes bleibt: DU bist mir wertvoll! Ich mag dich!

„Jesus ist auch ein Geschenk.“ Zu Weihnachten feiern  wir die Geburt Jesu, ein Geschenk Gottes an uns Menschen.

Er gibt nicht etwas, er gibt sich selbst. Gott thront nicht unbeteiligt in irgendwelchen himmlischen Sphären, er kommt zu uns Menschen, um uns zu sagen und spüren zu lassen – jedem Einzelnen von uns: Ich mag dich! Du bist kostbar und wertvoll. Ich schenke mich dir.

Gott lässt dem Adventpropheten Jesaja sagen: So spricht der HERR, der dich erschaffen hat: Fürchte dich nicht, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir! Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, keine Flamme wird dich verbrennen. Denn ich, der HERR, bin dein Gott, ich, bin dein  Retter.  Du bist in meinen Augen teuer und wertvoll ich liebe  dich. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! (vgl. Jes 43)

Ja, wir sind kostbar und wertvoll in den Augen Gottes. Er sieht unsere Nöte, er sieht unser Unvermögen und schaltet sich selber ein. Er kommt in Jesus Christus in wehrloser Gestalt, als Kind – hilfsbedürftig.

So werden wir Menschen von Anfang an mit einbezogen in die Menschwerdung Gottes. Das ist das Geschenk: die Gotteskindschaft. Es soll uns nicht schwer fallen, das „Geschenk Gott“ anzunehmen! Seine Menschwerdung sagt zu jedem von uns: DU bist mir unendlich viel wert, ich schenke dir mich selbst.

Bei der Flut von Geschenken, die uns gerade zu Weihnachten förmlich überschwemmen, gilt es, das eigentliche Geschenk nicht aus dem Auge zu verlieren: die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, unter uns Menschen. Amen

Weihnachtspredigt von Abt Ambros