Benedikt – Inspiration für junge Leute

bild_benedikt._The best KV_(800_x_600)Im letzten Impuls habe ich geschrieben, dass ich von jungen Leuten viel lernen kann. In Salzburg nahm ich jetzt Studenten die Prüfung ab. Für die Vorlesung mit Konversatorium „Beneditktinische Spiritualität“ müssen sie auch eine Arbeit verfassen, in der sie sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen. Zum ersten Prüfungstermin am Ende des Semesters hatten sich zwar nur sechs von den 23 Teilnehmern gemeldet (auch Studenten verschieben lieber manches auf den Sommer oder Herbst J ), doch diese Arbeiten und dann die Gespräche darüber fand ich sehr interessant.

Die eine Studentin schrieb über Benedikt und was er für den Umgang mit Schülern zu sagen hat, eine andere über die geistliche Bedeutung von Klostergärten, ein dritter Student eine Arbeit mit dem Titel „Von Benedikt lernen?! Impulse für einen ersten Schritt aus der Krise der Kirche“. Unter der Zwischenüberschrift „Wasser predigen, Wein trinken“ schrieb in dieser Arbeit ein deutscher Seminarist von der „Diskrepanz zwischen aufgestellter Lehre und eigenem Tun“, um dann die vier schönen Worte zu schreiben: „Das Tun selbst predigt.“ In Anlehnung an eine Stelle in der Regel des Hl. Benedikt hielt der 22-jährige Theologiestudent fest: „Dort, wo Worte nichts mehr ausrichten können, kommt nur noch das Vorleben weiter.“ Und dann die Schlussfolgerung: „Der Primat des Tuns vor der Regel, wie ihn Jesus vorgelebt und die monastische Tradition aufgenommen hat, könnte der Kirche helfen, ihre Glaubwürdigkeit wieder herzustellen.“

Wir hatten in der Lehrveranstaltung auch über Benedikts Scheitern gesprochen und wie daraus ein vielfacher Segen wurde. Das verarbeitete ein Student mit diesen Worten: „Das Gegenteil von ‚menschlich‘ wäre ‚perfekt‘. Alles andere ist eine Anmaßung und Überforderung des Menschen.“ Solche Worte, zumal aus junger Feder, bringen mich selbst zum Nachdenken.

Eine Studentin schreibt zum Thema „neuer Anfang“ (der bei den frühen Mönchen eine Kunst des Lebens darstellte): „Der Appell, immer wieder neu anzufangen, entlastet von dem Druck, etwas Endgültiges, Perfektes machen zu müssen, gibt kleine Ziele vor und ermutigt einen, sich immer wieder zu fragen, ob schon genug getan worden sei. Die Aufmerksamkeit liegt hier in der Gegenwart, denn die Vergangenheit sowie auch die Zukunft kann man nicht verändern.“