Aufhören können

In Vorträgen über die Zukunft der Kirche und des Ordenslebens spreche ich gerne davon, dass man Dinge auch auslaufen lassen soll. Gerade wir Christen sollten nicht aggressiv-weinerlich an Dingen festhalten, die ihre Zeit hatten. Dann kann auch Neues entstehen.

Freilich, wenn es das eigene Leben betrifft, schaut manches anders aus. Gewohnheiten sind schwer umzustellen, Liebgewordenes gibt man ungern auf. Ich habe in den vergangenen vier Jahren 300 Impulse geschrieben. Das zu tun war die Idee eines anderen, und ich glaube es war ein fruchtbarer Anstoß.

Im alttestamentlichen Buch Kohelet heißt es, alles habe seine Zeit: Es gibt eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit anzufangen und eine Zeit aufzuhören. Die Impulse haben mir selbst geholfen, mein Leben und das der anderen zu reflektieren. Wenn man etwas schreibt, macht man sich oft tiefere Gedanken, als wenn es nur im Kopf bleibt. Man überlegt, wie man etwas ausdrücken kann, was noch ziemlich wirr in der Vorstellung oder Empfindung herumschwirrt. Die Rückmeldungen haben mir gezeigt, dass diese Zeilen auch für den einen oder die andere sinnvoll und hilfreich waren. Natürlich nicht alle Impulse immer für alle, aber doch manche Seiten für einige Leute.

Nun ist es Zeit, wieder aufzuhören. Schon zu Weihnachten 2015 habe ich entschieden, nur noch ein halbes Jahr Impulse zu schreiben. Damit Neues Platz hat und ich oder andere nicht auf einmal merken, dass ich schon lange hätte aufhören sollen.

Also bis zu Begegnungen in anderen Formen!

Herzlich P. Bernhard