Begegnung mit dem Papst

IMG_7025Wir standen gespannt da und wussten, dem Papst kurz begegnen und ihm im Namen der österreichischen Ordensleute für das Jahr der Orden danken zu dürfen. „Ist das für mich?“, fragte er auf Deutsch, als Sr. Ruth ihm das kleine Heft hinhielt, das zwei Ordensfrauen auf dem Motorrad zeigt (übrigens kein gestelltes Foto). Erzbischof Gänswein dürfte ihn kurz vorher über unsere Delegation informiert haben, stand er doch dicht neben dem Papst und hatte eine Liste in der Hand. Der Papst lachte laut auf, als er das Bild sah. IMG_7008Und wir lachten mit ihm. Ich stellte ihm auf Italienisch unsere kleine Gruppe vor, und Abt Christian überreichte ihm ein Paket von Publikationen, um aber gleich hinzuzufügen, dass sie nur ein Symbol der geistlichen Früchte des Jahres der Orden in Österreich seien. Bedeutungsschwer nickte der Papst und wiederholte „Frutti spirituali!“

Jeden von uns fasste er an der Hand. Für uns schien die Zeit still zu stehen. Wir hatten uns auf eine Begegnung so nebenbei, en passant, eingestellt, kaum der Blicke und der Rede wert. Doch er hatte Zeit und nahm sich die Zeit für uns. Keine Hektik. Dieser Mann Gottes strahlte die Ruhe selbst aus, auch wenn er wusste, dass ihm jetzt auf dem Petersplatz gerne Zehntausende die Hände schütteln würden. Eine Konzentration, über die wir dann in der Gruppe noch öfters sprachen: Hatte nicht der Papst alles um ihn herum vergessen, um ganz bei uns, wirklich gegenwärtig zu sein? Das Strahlen seines Gesichts, sein Lachen und sein ernster Blick während unserer Unterhaltung wurden unterstützt durch seine Gesten. Wenn er etwa die rechte Hand erhob und uns grüßte oder verabschiedete, innig jedem die Hand gab, fest die Hände von Sr. Ruth und mir hielt, als er uns eindringlich bat: „Pregate per me! – Betet für mich!“ Sr. Beatrix nickte heftig und auch nachdenklich, als wolle sie sagen: „Ja, das werden wir tun!“

Die Begegnung schien schon fast vorüber, da erwiderte ich: „Prega per noi, Santo Padre, per noi religiosi in Austria!“ Da nahm er meine beiden Hände und blickte mir tief in die Augen und versprach das Gebet für uns in Österreich. „E anche difficile, la vita consecrata – das Ordensleben ist auch schwierig“, meinte er und jetzt fasste ich ihn spontan an den Händen und sagte: „Sopratutto per i giovini! – Besonders für die Jungen!“ Vor meinem inneren Auge blitzten einige Gesichter junger Ordensleute auf, die ich begleiteten darf, während ich Papst Franziskus vor mir sah, wie er mich aufmerksam anschaute. Nach einer Stille sagte er: „Io lo so – ich weiß es.“

„Bitte ihn, dass er für uns bete“, hatte mir Abt Ambros noch mit auf den Weg gegeben. Es war gut, ihm diese Worte vorzulegen. Die Begegnung werde ich nie vergessen, mich seiner Worte stets erinnern – und für den Papst beten, wie uns aufgetragen hat.

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