Ökumene III – in die Zukunft

am

Kardinal Walter Kasper ist derzeit einer der besten christlichen Theologen. Der mittlerweile 82-Jährige war Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und lebt jetzt im Ruhestand in Rom. In einem Artikel über die Zukunft der Ökumene schrieb er kürzlich eine interessante Analyse:

„Da die amtliche Ökumene in eine schwierige Phase eingetreten ist, in welcher rasche Fortschritte kaum zu erwarten sind, bildet sich gegenwärtig einerseits eine liberale katholisch-evangelische Ökumene heraus, welche die Unterschiede überspringt und eigenmächtig ihren Weg geht. Ich habe große Zweifel, ob diese Art von Ökumene Zukunft haben kann oder ob sie nicht früher oder später ins Aus führt.“

Und dann etwas, was ich nur unterstreichen kann – und weitergeben möchte, weil wir alle hier gefragt sind: „Inzwischen bildet sich in aller Stille aber noch eine zweite, mehr geistliche Ökumene aus, die zu den Ursprüngen zurückführt. In ihr treffen sich bibel- und bekenntnistreue katholische, orthodoxe und evangelische Christen zum gemeinsamen Lesen der Heiligen Schrift, zum Gebet wie zur theologischen Weiterbildung – und sie entdecken dabei dankbar, wie nahe sie einander sind. Auf diese geistliche Ökumene setze ich in erster Linie.“