P. Bernhard

IMG_7392Wer jetzt meint, ich sei damit unbedingt gemeint, irrt sich. Es gab schon viele P. Bernhards in der Geschichte Kremsmünsters! Gerade nehme ich mir jeweils einen nach dem anderen bei der Morgenbetrachtung her und informiere mich über ihr Leben und ihr Wirken. Im sog. Professbuch sind nämlich alle Mönche unseres Klosters mit den verfügbaren Infos aufgelistet. Das ist eine spannende Lektüre. Vor ein paar Tagen erfuhr ich auf diese Weise, dass es bereits einen P. Bernhard aus Linz gab – der noch dazu Pfarrer in Grünau war, jener Gemeinde, in der ich mich am Almsee gerne zurückziehe, um zur Ruhe zu kommen, zu schreiben, konzeptionell etwas vorzubereiten.

Heute wurde ich nachdenklich, als ich einen P. Bernhard studierte, der mit 44 Jahren starb, das war 1921. Da fuhr es mir durch Mark und Bein: Mit meinem Alter (44 Jahre und neun Monate) war er schon zwei Monate tot. Er wurde im 1.100sten Jahr nach der Klostergründung geboren, stammte aus Sierning, erwarb nach Kaplansjahren in Vorchdorf an der Wiener Universität einen Dr. phil., unterrichtete dann am Gymnasium Geographie (!) und tat viel für unser Archiv. Es heißt: „P. Bernhard war ein ausgezeichneter Kenner der Klostergeschichte.“

Das kann man vom derzeitigen P. Bernhard (1971-????) nicht behaupten! Und dann kam mir der seltsame Gedanke, der mich heute schon den ganzen Tag verfolgt, ob ich nicht weiterführen soll, was er wegen „Herzleiden und Wassersucht“ nur kurz betreiben konnte: Sich in die Geschichte unseres Hauses zu vertiefen und sie für andere zugänglich zu machen.

Und dann der Gedanke an Dich, lieber Leser, liebe Leserin dieser Zeilen: Bist nicht auch Du in eine lange Reihe gestellt, in der Du in der Familie, in der Arbeit etc. Deine Rolle einnimmst und für eine gewisse Zeit weiterführst, was andere begonnen und an Dich weitergegeben haben?