Dünger aus meinem Mist

IMG_6523Heute in der Früh habe ich bei meiner täglichen Lesung wieder einige Seiten von Augustinus meditiert. Der heilige Bischof von Hippo (…430) beschreibt, wie das Verächtliche und Missfallene zum Dünger für die Erde werden kann. Denken wir nur daran, wie scheußlich die Jauche stinkt, die aber die Wiese des Bauern fruchtbar macht. Ich blieb bei diesem Satz dann hängen: „Was den Menschen verächtlich scheint, das befruchtet die Erde.“

Wie kann das sein? Da dachte ich an meine gestrige Aussprache im Stift Seitenstetten. Mein Beichtvater machte mir bewusst, dass meine Macken und Fehler, meine Nachlässigkeiten und bewussten Unterlassungssünden von Gott verwandelt werden. Heute bekam ich von Augustinus das anschauliche Bild dazu: Mein Mist ist Dünger für die Erde, für mein eigenes Leben und das der anderen! Das erlebe ich ja auch: Meine Unzulänglichkeiten machen mich zum Menschen und zeigen mir, dass ich noch unterwegs bin und immer wieder umkehren muss, sie warnen mich davor, andere selbstherrlich zu verurteilen und helfen mir, mit ihnen barmherzig zu sein. Mein Mist entpuppt sich als Gnade, wo ich ihn bewusst wahrnehme und etwas damit mache, d.h. Gott übergebe, damit er daraus etwas macht. Er schafft es. Ja, mein Mist ist Dünger, damit ich mich nicht erhebe und sogar aus meinen schlechten Seiten etwas neu wachsen kann!