Die Kunst des Delegierens

_MG_8547Beim Frühstück erzählten einige Patres von uns, wie viele Termine sie gerade in der Adventszeit haben. Wäre es nicht ein Zeichen für die anderen, wenn gerade wir ein wenig runterschalten? Das brauche die Kunst des Delegierens, sagte einer – und ein anderer Mitbruder brachte ein Beispiel: Als er Pfarrer einer großen vom Stift betreuten Pfarre war, hat er sich gerade in der Adventszeit oft vertreten lassen. Er konnte und wollte nicht zu allen Weihnachtsfeiern und Konzerten, Vereinsversammlungen und Geburtstagspartys gehen. Die an ihn ergangenen Einladungen schlug er aber deshalb nicht einfach aus. Sondern er bat jemanden, ihn und die Pfarre zu vertreten. Das machten Pfarrgemeinderäte z.B. sehr gerne. Sie wurden als Vertreter der Pfarre begrüßt, richteten schöne Grüße vom Pfarrer aus und sprachen vielleicht ein paar Worte, z.B. über den tieferen Sinn des Advents. Ich stellte mir vor, wie das für eine Gemeinde gut ist, zu sehen, dass nicht der Pfarrer allein die Pfarre ausmacht, sondern verschiedene Gläubige für sie stehen können. Vielleicht ist der sogenannte Priestermangel ja nur ein Mangel unserer Phantasie – und eine Aufforderung, Kirche neu zu denken.