Der Humor meiner Schüler

IMG_1198a_(800_x_600)Die Schüler lachten, als ich ihnen einmal erzählte, wie ich in Linz auf der Landstraße mit meinem Habit Kommentare erntete wie: „Sind Sie echt?“ oder im Fasching: „Tolle Verkleidung, wo bekommt man denn die?“ Heute habe in einer fünften Klasse erzählt, wie ich in Wien mit meinem Habit auffiel und mit den Leuten ins Gespräch kam. Da sagte eine 15-jährige Schülerin spontan: „Wenn Sie nicht mein Lehrer wären, hätte ich auch Respekt vor Ihnen.“ Sie hatte gemeint, wenn man einen Mönch oder eine Schwester nicht kennt, hat man Distanz und denkt sich, das sei ein überirdisches Wesen. Verstanden könnte man aber ihren Satz auch in dem Sinn, dass Schüler vor Lehrer keinen Respekt haben. J

Lachen musste ich auch, als mich am gleichen Tag ein Schüler aus der 7. Klasse fragte, ob ich seine Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) betreuen könnte. Ich fragte ihn, welches Thema er sich vorstelle. Darauf meinte er, 9/11 würde er gerne behandeln, also den Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001. Irgendwie dachte ich, über das Thema sei schon so viel geschrieben worden, und wollte ihm vorschlagen, einen Gegenwartsbezug hinzuzunehmen (z.B. auch die Anschläge in Paris). So antwortete ich ihm: „Na ja, 9/11 ist aber schon lange her.“ Darauf ein Klassenkollege, ein guter katholischer Kroate, der neben uns stand, schlagfertig: „Sie sind aber auch schon älter, P. Bernhard!“ J